Für den Fall, dass man Berlin als Tourist besucht, ist die ein Gang durch den Reichstag ein absolutes Muss. Gleichwohl, wenn das Gebäude aus den Nachrichtensendungen weithin bekannt ist, ist eine geführte Besichtigung durch den Reichstag was komplett Anderes.
Im Reichstag tagt der Deutsche Bundestag, unser Parlament. Dort wird über Gesetze abgestimmt, diskutiert und manchmal genauso polemisiert. Nahe des Reichstagsgebäudes befindet sich das Kanzleramt, zahlreiche Bundesbehörden und Bundesministerien. Das muss man sehr wohl gesehen haben.
Bereits nur dank der Geschichte des Reichstags rentiert sich eine Visite. Nirgends anderweitig wie hier ist Vergangenheit so komprimiert. Seltsamerweise wurde der Grundstein von Wilhelm Dem Zweiten 1883 gelegt. Hernach begann die Errichtung des 1. deutschen Parlaments. Im November 1918 rief Philipp Scheidemann von einem Balkon des Reichstags die Republik aus. Im Februar 1933 zündete der holländische Sozialist Lubbe das Reichstagsgebäude an. Es wurde absolut nie geklärt, ob er wirklich der Täter war.
Das Gebäude wurde enorm zerstört. Das Reichstagsgebäude verharrte bis zum Ende der Nazidiktatur in dem nicht genutzten und schlimm beschädigten Zustand. Dazu kamen noch die Bombardierungen auf die Reichshauptstadt, die den Reichstag noch erheblicher beschädigten. Ca. 1961 wurde das Reichstagsgebäude ganz erneut rekonstruiert. Um West-Berlin zu stärken, wurden manchmal dort Sitzungen und Versammlungen abgehalten. 1995 baute der englische Baumeister Foster das Reichstagsgebäude aufwändig um, nach dem der deutsche Bundestag den Umzug nach Berlin beschlossen hatte. Neu war die Kuppel aus Glas, die es vorher nicht gab.
Der Reichstag ist nicht bloß unser Bundes-Parlament und Fundament des Staatswesens. Auf Grund der international ziemlich einmaligen Option, das Gebäude als Urlauber anschauen zu können ist der Reichstag eine der besucherstärksten Sehenswürdigkeiten in Berlin geworden.
Der Reichstag befindet sich im Zentrum des Regierungsviertels und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen. Man kann des Weiteren gut auf dem Fußweg vom U-Bahnhof Potsdamer Platz oder vom Brandenburger Tor das Reichstagsgebäude erreichen. Vor mehreren Jahren hat die Führung des Bundestages eine Innovation eingeführt. Weil man z. T. 2 Stunden und mehr anstehen musste, kann man mittlerweile lediglich mit einer im Vorfeld gebuchten Führung durch das Gebäude.
In diesem Fall bezahlt man nur den Guide selbst, der Reichstag kostet keinen Eintrittsgeld.
In der Glaskuppel hat man einen wunderschönen Rundblick in den Plenarsaal. Hier dürfen keinerlei Besucher hinein, Zutritt haben nur die Politiker und die Saaldiener.
Auf dem Dach bei der Kuppel aus Glas ist das Reichstagsrestaurant. Die Preise sind allerdings etwas hoch, dafür ist die Position singulär. Für einen Espresso rentiert sich der Besuch allemal

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